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Ernährung als Grundlage unseres Lebens

Neben seelischer Harmonie und körperlicher Aktivität ist die Ernährung wohl der entscheidendste Faktor unserer Lebensqualität, unserer Gesundheit und unserer Lebenserwartung. Wie sagte doch der griechische Arzt Hippokrates (460-370 v. Chr.):

„Eure Lebensmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Lebensmittel sein.“

Unter „ stofflichen Bedürfnissen “ versteht man die Notwendigkeit, unserem Organismus über die tägliche Ernährung all jene Baustoffe zu liefern, die er benötigt, um seine strukturelle Beschaffenheit zu erhalten.
Mit „ energetischen Bedürfnissen “ sind vor allem die Erhaltung der Körpertemperatur, die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit sowie die biochemische Energie zur Unterhaltung des Stoffwechsels gemeint. Aus dieser Definition heraus entwickelte sich während der letzten hundert Jahre die allgemeine Ernährungslehre.

Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, 13 Vitamine, 6 Mengenelemente und 7 Spurenelemente waren das Maß aller Dinge.

Die ernährungswissenschaftliche Forschung des letzten Jahrhunderts hatte sich darauf konzentriert, die (über)lebensnotwendigen Bestandteile unserer Ernährung zu identifizieren. Man hatte erkannt, dass Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate vorwiegend die stofflichen, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente dagegen primär die funktionellen Bedürfnisse unseres Körpers decken. Sie alle sind lebensnotwendige Bestandteile unserer täglichen Ernährung.

DIE „NEUEN VITAMINE“ SORGEN FÜR MEHR LEBENSQUALITÄT

Nun brachten die Forschungsergebnisse der letzten zwei Jahrzehnte allerdings völlig neue Aspekte in die Ernährungswissenschaft ein: Man entdeckte Biomoleküle in unserer Nahrung, die zwar nicht über Sein oder Nicht-Sein entscheiden, sehr wohl aber unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität entscheidend beeinflussen. Waren es anfangs nur einige Dutzende, kennen wir mittlerweile Tausende dieser bioaktiven Vitalstoffe.

ERNÄHRUNG FRÜHER - ERNÄHRUNG HEUTE

Es ist verständlich, dass in Krisen und kritischen Zeiten die ausreichende energetische Versorgung der Bevölkerung im Vordergrund stand. Der Begriff „Kalorien“ als Maß für den Brennwert (vergleichbar zum Beispiel mit dem Brennwert von einem Festmeter Brennholz) stammt aus diesen Notzeiten. Kalorische Ernährung galt in diesen Zeiten als Überlebensfaktor. Der kalorische Brennwert stand im Vordergrund, die Qualität der Nahrung war damals sekundär.

Später, in den Nachkriegsjahren, spiegelte sich das undifferenzierte, maßlose In-Sich-Hineinfüttern in der übergewichtigen Wohlstandsgesellschaft wider. Wohlstandsbauch und Hüftspeck galten als Symbol des materiellen Erfolges. Der Begriff der „ Kalorie “ bekam von nun an jedoch einen bedrohlichen Beigeschmack. Das Zeitalter des Kalorienzählens hatte begonnen.

NAHRUNG ALS GENUSSQUELLE

Obwohl es weder Produktionsprobleme, noch Versorgungsengpässe, noch Hungersnöte gibt ist paradoxerweise heute der Einfluss der Ernährung auf die Volksgesundheit größer denn je. Mittlerweile hat sich zwischen Produzenten (Landwirtschaft) und Konsumenten eine mächtige Lebensmittelindustrie gezwängt, die zwar den Genusswert unserer Nahrung optimiert, dabei zugleich aber auch deren Vitalkraft drastisch reduziert. Unsere Lebensmittel werden zunehmend zu Nahrungsmitteln.


“BIO“ IST NICHT GLEICHBEDEUTEND MIT “VOLLWERTIG“

Bei aller Zustimmung zum biologischen Landbau muss aber auch festgehalten werden, dass der Qualitätsbegriff „ biologisch “ primär mit dem Attribut „ frei von “ verknüpft ist:

  • Frei von synthetischen Pflanzenschutzmitteln
  • Frei von synthetischen Wachstumsförderern und Düngemitteln
  • Frei von gentechnologischen Verfahren und Bestandteilen
  • Frei von Lebensmittelbestrahlung
  • Frei von Geschmacksverstärkern
  • Frei von synthetischen Zusatzstoffen

„ Frei von “ bedeutet somit nicht zwingend auch „ reich an “. Wir Konsumenten müssen uns darüber im Klaren sein, dass biologische Lebensmittel nicht automatisch einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen oder pflanzlichen Vitalstoffen (neuen Vitaminen) beinhalten.