headerphoto

Makronährstoffe

1. EIWEISS (PROTEINE)

Eiweiß (Protein) gehört zu den Grundbausteinen jeder Körperzelle. Proteine sind einerseits Bestandteile unserer Körperstrukturen (Baustoffwechsel), werden andererseits aber auch zu Energie (Energiestoffwechsel) verbrannt. Die kleinsten Bausteine von Eiweiß sind Aminosäuren. Es gibt 21 verschiedene Aminosäuren, von denen 8 als strukturelle Baustoffe essentiell (lebensnotwendig) sind.

Eiweißbedarf:
Ein erwachsener Mensch benötigt bei normaler Belastung etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Dabei sollten vor allem Lebensmittel mit hohen Gehalten an essentiellen Aminosäuren (Fisch, Eier, Nüsse, Kartoffeln) bevorzugt werden.

2. KOHLENHYDRATE (SACCHARIDE)

Kohlenhydrate bestehen aus einzelnen Zucker-Molekülen. Zucker und Kohlenhydrate werden auch als Saccharide bezeichnet. Je nach Anzahl der Zuckerteilchen, aus denen die Kohlenhydrate bestehen, unterscheidet man Monosaccharide (mono=eins), Disaccharide (di=zwei), Oligosaccharide (oligo=einige) sowie Polysaccharide (poly=mehrere).

Mono- und Disaccharide sind meist gut wasserlöslich, schmecken süß und werden direkt vom Dünndarm in das Blut aufgenommen. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man sie Zucker. Polysaccharide sind weniger gut löslich. Sie müssen zuerst von Verdauungsenzymen in kleine Bruchstücke aufgespalten werden, bevor die Aufnahme in den Organismus erfolgen kann. Im Gegensatz zu Zuckern schmecken Polysaccharide nicht süß. Im täglichen Gebrauch kennen wir Polysaccharide als Stärke bzw. Mehl (meist aus Getreide, Reis oder Kartoffeln). Obwohl Stärkemehle nicht süß schmecken, sind sie chemisch und wärmeenergetisch nichts anderes als „ polymerisierter “ Zucker.

Hundert Gramm Weißmehl enthält also gleich viele Kalorien wie 28 Stück Würfelzucker, nämlich 420kcal. Dieses Faktum wird häufig übersehen, nur weil Weißmehl nicht süß schmeckt.

Kohlenhydratbedarf:
Die empfohlene Kohlenhydratmenge beträgt ca. 2 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei einer Überversorgung des Körpers wird der nicht verwertbare Kohlenhydratanteil in Fettgewebe umgewandelt. Bei einer Unterversorgung mit Kohlenhydraten wird Fett und Eiweiß zur Aufrechterhaltung der Energieversorgung verstoffwechselt.

3. FETTE UND ÖLE (LIPIDE)

Neben Proteinen und Kohlenhydraten sind Fette und Öle die dritte wichtige Nahrungsquelle für die strukturelle und energetische Versorgung unseres Organismus.

Da ungesättigte Fettsäuren sehr oxidationsempfindlich gegenüber Licht und Sauerstoff sind (Fette und Öle werden schnell ranzig), entwickelte die Lebensmittelindustrie bereits vor Jahrzehnten das großtechnische Verfahren des „ Hydrierens “. Dabei werden die biologisch wertvollen Doppelbindungen der Fettsäuren aufgebrochen, wodurch ihr biologischer Nutzen zwar verloren geht, die Erhitzbarkeit jedoch enorm erhöht und die Haltbarkeit ebenso enorm verlängert wird. Diese hydrierten (gehärteten) Fette und Öle werden heute in Mengen von Millionen Tonnen jährlich produziert.

Sie dienen als Frittieröle in der Herstellung von Knabbergebäck und Chips, als Geschmacksträger für Soft- und Lightprodukte, Naschereien und Feingebäck sowie als Brat- und Backöle für fast alle Fertiggerichte. Ironischerweise werden diese minderwertigen Fette und Öle in den Zutatenverzeichnissen dieser Fertigprodukte als „Pflanzenöle“ deklariert, was den Konsumenten einen nicht vorhandenen hohen biologischen Wert suggeriert.

Das Dogma „ Fett macht dick “ wurde in der Laienpresse massiv gepredigt, was zu einem wahren Boom an fettarmen Fertigprodukten führte. In dieser Botschaft jedoch ging unter, dass eigentlich nur die billigen Frittier- und Industrieöle schädlich sind. Sie sind biologisch wertlos und enthalten meist hohe Anteile an so genannten Trans-Fettsäuren.

Schonend gewonnene Pflanzenöle jedoch enthalten hochwertige, ungesättigte Fettsäuren, die für unseren Organismus lebensnotwendig sind. Diese hochungesättigten Fettsäuren unterstützen die Sauerstoffversorgung unseres Körpers, fördern die Blutbildung, stärken die Nervensubstanz, das Immunsystem, die Haut sowie Herz und Kreislauf. Außerdem machen hochungesättigte Fettsäuren aus Pflanzen und Fischölen nicht dick, sondern – so paradox es klingen mag – schlank.